Sozialberufliches Projekt zur Wiedereingliederung

Rückkehr ins Arbeitsleben

Die Zahl der Personen mit einer Langzeiterkrankung steigt von Jahr zu Jahr, auch unter der jungen Bevölkerung. Je länger eine Person arbeitsunfähig ist, desto herausfordernder wird es für sie, wieder in den Berufsalltag zurückzukehren.

Um dem vorzubeugen, ist eine maßgeschneiderte und individuelle Unterstützung erforderlich. Das Ziel ist, die Rückkehr in die Arbeitswelt frühzeitig zu unterstützen. Dies benötigt die Zusammenarbeit verschiedener Dienste, um die Person bei ihrer Wiederaufnahme in eine passende Beschäftigung zielgerichtet zu begleiten.

Die Zunahme der Menschen mit Langzeiterkrankungen (ab einem Jahr Arbeitsunfähigkeit), hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken sind neue Maßnahmen erforderlich. So hat die INAMI das Projekt "Zurück in die Arbeitswelt" ins Leben gerufen. Es soll zur Verbesserung der beruflichen Wiedereingliederung der Teilnehmer beitragen.

Das Arbeitsamt verfolgt dabei verschiedene Ansätze:

  • Orientierung und Begleitung, Testverfahren, Beratung, Eignungsdiagnostik
  • bedarfsgerechte Umschulungen, passende Praktika
  • weitere entwicklungsfördernde Maßnahmen
  • Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation durch angepasste Rahmenbedingungen und Sensibilisierung
  • Wiedereingliederung auf den Arbeitsmarkt: beruflich/ehrenamtlich
     

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben

Um an dieser Maßnahme von der INAMI teilzunehmen und mit der Begleitung vom Arbeitsamt wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, haben die Teilnehmer drei verschiedene Einstiegsmöglichkeiten:

  • über den Vertrauensarzt ihrer Krankenkasse
  • durch eigenständige Kontaktaufnahme mit dem Wiedereingliederungskoordinator ihrer Krankenkasse (RTW/CRaT) 
  • durch eine eigenständige Kontaktaufnahme mit dem Arbeitsamt

Die Maßnahme beinhaltet eine enge Zusammenarbeit zwischen den Beratern des Arbeitsamtes und dem Wiedereingliederungskoordinator der jeweiligen Krankenkassen. Beide sind zuständig für die Sensibilisierung, Information, Mobilisierung und Begleitung der Teilnehmer auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt.

Ablauf der Wiedereingliederung

Der Ablauf erfolgt in verschiedenen Phasen, deren Dauer zwar festgelegt ist, jedoch bei Bedarf flexibel verlängert werden kann.

Phase 1 

Dauer bis zu 6 Monaten (verlängerbar)

Die Maßnahme startet mit dem ersten Kontakt des Teilnehmers und dem Arbeitsamt. Nach einer ersten Erfassung der gesundheitlichen, beruflichen und sozialen Situation beginnen die Mitarbeiter des Arbeitsamtes mit der Berufs- und Orientierungsberatung der betroffenen Person. Dazu gehören auch die

  • Auswertung des Kundenprofils
  • bei Bedarf Durchführung von Testverfahren
  • Bewertung der Arbeitsmarktchancen
  • Besprechung der Maßnahmen

Phase 2

Die Zeitspanne wird je nach Maßnahmen und nach Rücksprache mit dem Wiedereingliederungskoordinator der Krankenkasse festgelegt

In dieser zweiten Phase können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um die Berufswahlentscheidung konkret zu erproben, neue Tätigkeiten zu erlernen oder durch Weiterbildung die persönliche Qualifikation zu erweitern.

Die Möglichkeiten sind vielfältig:

  • Praktikum aus einer Hand
  • Interne sowie externe Qualifikationsmöglichkeiten: im Arbeitsamt oder bei Partnern
    • 1. oder 2. Bildungsweg: Abitur/Studium
    • Vorschalt- und Integrationsmaßnahmen

Phase 3 oder Reintegrationsphase

Dauer bis zu 6 Monaten (nicht verlängerbar)

In der letzten Phase hat der Teilnehmer die für ihn passenden Maßnahmen genutzt und ist seinem Berufswunsch bestmöglich nähergekommen. Das Ziel ist nun, unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Möglichkeiten, eine entlohnte Tätigkeit (Voll- oder Teilzeit) zu erhalten.

Kontakt: [email protected]

Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Standort Eupen: Hütte 79, 4700 Eupen

Standort St. Vith / Berufsbildungszentrum Arbeitsamt: Friedensstraße 27, 4780 St. Vith

Ansprechpartner:

Brigitte Pint, Berufs- und Ausbildungsberatung INAMI: [email protected]

Gabriele Fettweis, Berufs- und Ausbildungsberatung INAMI: [email protected]

Heidi Ripkens, administrative Sachbearbeiterin INAMI: [email protected]