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Arbeitsmarktstatistik

Arbeitsmarktentwicklung in Ostbelgien - Zweites Quartal 2026

Der Bericht zur aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarkts im zweiten Quartal 2026 enthält Informationen zu den Arbeitslosenzahlen in Ostbelgien, sowie den Stellenangeboten, die dem Arbeitsamt gemeldet wurden.

Arbeitslosenzahlen in Ostbelgien sinken

Ende Juni 2026 lag die Zahl der Vollarbeitslosen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bei 2.396 Personen. Das bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum Juni des Vorjahres (-133 Personen). Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,4% etwas unter dem Vorjahresniveau (6,7%). Nur noch rund 37% dieser erwerbslosen Personen beziehen Arbeitslosenunterstützung.

Im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres 2025 ist die Arbeitslosenzahl in der Deutschsprachigen Gemeinschaft um -3,2% (oder -80 Personen) gesunken, nachdem die Zahlen im Mai und Juni dieses Jahres recht deutlich zurückgegangen sind. Dieser Rückgang ist teilweise auf eine technische Änderung zurückzuführen: Personen ohne gesicherte Angaben zum Aufenthaltsstatus werden seit März nicht mehr zu den Vollarbeitslosen gezählt. Auch die seit Januar erfolgten Ausschlüsse vom Arbeitslosengeld dürften zu diesem Rückgang beigetragen haben, zumindest dann, wenn sich die Personen ganz vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben (Übergänge in Pension, in das Krankenstatut oder in die Inaktivität).

Innerhalb der Vollarbeitslosen ist die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld stark rückläufig, da aufgrund der Reform der Arbeitslosengesetzgebung zwischen Januar und April rund 400 Personen ihr Arbeitslosen- oder Berufseingliederungsgeld verloren haben. Dies entspricht einem Rückgang von -28%. Der Anteil der Arbeitslosengeldempfänger an den Vollarbeitslosen beläuft sich im Juni nur noch auf 37%. Abhängig von ihrer neuen Situation werden diese Personen innerhalb der Arbeitslosenstatistik einer anderen Kategorie zugewiesen. So ist die Zahl der arbeitsuchenden Empfänger von Eingliederungseinkommen um +17% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Da aber vermutlich die Daten seitens der ÖSHZ noch nicht vollständig vorliegen, ist im Moment vor allem der Anteil der freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden angestiegen (+48% im Vergleich zum Vorjahr). Ihr Anteil an den Arbeitslosen beläuft sich derzeit auf 29%.

Die Zahl der Schulabgänger in der Berufseingliederungszeit kann nicht mehr mit den Vorjahren verglichen werden, da seit der Reform des Arbeitslosengeldes veränderte Diplombedingungen für die Zulassung zum Berufseingliederungsgeld gelten. Außerdem verbleiben die Betroffenen nur noch höchstens 6 Monate in dieser Kategorie. Aktuell sind hier nur noch 84 Jugendliche (3,9% aller Vollarbeitslosen) zu finden, wobei sich im Sommer voraussichtlich wieder neue Schulabgänger eintragen werden.

Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 8,4% nach wie vor deutlich höher als im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft, wo die Quote bei 3,4% liegt. Die Arbeitslosenquote nach Geschlecht beträgt 6,2 % bei den Männern und 6,5% bei den Frauen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr betraf insbesondere Frauen.

Rund ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (32%) ist älter als 50 Jahre, und davon rund die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Der Anteil der unter 25-Jährigen liegt mit 12% nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr betraf im letzten Quartal vor allem die 30-39-Jährigen sowie die über 50-Jährigen.

Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen (57%) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von 2-5 Jahren deutlich gestiegen, was u.a. darauf zurückzuführen ist, dass seit September 2023 die Eintragung der freiwillig eingetragenen Personen nicht mehr zeitlich befristet ist.
Deutlich rückläufig ist hingegen die Zahl der Kurzzeitarbeitslosen und in geringerem Umfang auch derjenigen mit einer Dauer von mehr als 5 Jahren.

Etwa 42% der Arbeitslosen gelten als formal niedrigqualifiziert, da sie höchstens über die Mittlere Reife verfügen. Dieser Prozentsatz ist seit einigen Jahren sehr stabil.

Die Arbeitslosenquote in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist im Juni mit 6,4% gleich hoch wie in Flandern. Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu den anderen Regionen auch noch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. In der Wallonie ist die Quote mit 16,2% mehr als doppelt so hoch, ebenso in Brüssel mit 17,0 %[1]. In diesen beiden Regionen ist die Zahl der Arbeitslosen zudem angestiegen im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres.

Zahl der Stellenangebote wieder höher als im Vorjahr

Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider. So wurden im zweiten Quartal 2026 dem Arbeitsamt 260 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 92% von ostbelgischen Arbeitgebern. Damit hat sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr verbessert und erreicht in etwa das Niveau des Jahres 2024.

 


[1] Beim Vergleich der Arbeitslosenquoten muss man berücksichtigen, dass die Erfassungsmethoden je nach Region abweichen. Nähere Erläuterungen zu den methodologischen Unterschieden sind auf der Webseite des Arbeitsamtes zu finden.

Downloads

Q2-2026 Pressetext Arbeitsmarktentwicklung

Arbeitsmarkt-Info Q2-2026 - Tabellen und Grafiken

Methodologische Unterschiede zwischen den Regionen