Arbeitsmarktstatistik
Arbeitsmarktentwicklung in Ostbelgien - Zweites Quartal 2025
Der Bericht zur aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarkts im zweiten Quartal 2025 enthält Informationen zu den Arbeitslosenzahlen in Ostbelgien, sowie den Stellenangeboten, die dem Arbeitsamt gemeldet wurden.
Arbeitslosenzahl steigt weiter leicht an
Ende Juni 2025 liegt die Zahl der Vollarbeitslosen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bei 2.529 Personen. Damit ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Juni des Vorjahres um +148 Personen gestiegen. Nach wie vor sind es vor allem die freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden, die zu diesem Anstieg beitragen. Die Arbeitslosenquote steigt dadurch von 6,3% im Juni 2024 auf nunmehr 6,7% im Juni 2025.
Im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres 2024 ist die Arbeitslosenzahl in der Deutschsprachigen Gemeinschaft um +4,2% (oder +99 Personen) gestiegen. Der Anstieg fällt erneut weniger stark aus als im vorherigen Quartal. Gestiegen ist dabei insbesondere die Zahl der Personen, die kein Arbeitslosengeld beziehen und freiwillig eingetragen sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ab September 2023 die Regeln der Ein- und Austragung angepasst wurden. Diese Anpassung verfolgt das Ziel, mehr Arbeitsuchende als bislang zu erfassen, um breiter informieren und begleiten zu können. Deshalb werden die freiwillig Eingetragenen nicht mehr automatisch nach drei Monaten aus der Datenbank ausgetragen und die Zahl der Arbeitsuchenden erhöht sich.

Nur noch die Hälfte der Arbeitslosen (50%) bezieht Arbeitslosenunterstützung. Ihre Zahl ist in diesem Quartal im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht gesunken.
Weitere 20% (rund 500 Personen) sind wie o.e. freiwillig eingetragene Arbeitsuchende, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Zu dieser Gruppe zählen auch die Ukraine-Flüchtlinge, die in der Regel von einem ÖSHZ unterstützt werden. Ihre Zahl liegt bei rund 150 Personen. Hinzu kommen seit Beginn 2024 auch rund 75 langzeitkranke Personen, die sich freiwillig für das Wiedereingliederungsprogramm „Rückkehr ins Arbeitsleben“ gemeldet haben.
Knapp 18% der Arbeitslosen werden von einem ÖSHZ unterstützt. Diese Personen sind seit September 2023 bis auf wenige Ausnahmen zur Eintragung beim Arbeitsamt verpflichtet; ihre Zahl ist seitdem dennoch nur um rund 30 Personen gestiegen.
Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 8,8% nach wie vor deutlich höher als im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der mit einer Quote von 3,7% weiterhin nahezu Vollbeschäftigung kennt. Die Arbeitslosenquoten der Frauen (7,0%) ist in letzter Zeit etwas stärker gestiegen als diejenige der Männer (6,5%).
Ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (32%) ist älter als 50 Jahre, und davon die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen sinkt Ende Juni 2025 weiter ab auf 11,3%.
Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen (53%) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von 1-2 Jahren deutlich gestiegen, was nicht zuletzt auf die oben erwähnten Regeländerungen zurückzuführen sein dürfte.
41% der Arbeitslosen gelten als niedrig qualifiziert, d.h. sie verfügen höchstens über den Abschluss der Unterstufe des Sekundarschulunterrichtes. 12% haben eine Lehre beendet, 27% das Abitur und 18% verfügen über einen Hochschulabschluss. In dieser Statistik wird allerdings kein Unterschied zwischen belgischen oder ausländischen Abschlüssen gemacht, d.h. auch nicht formal in Belgien anerkannte ausländische Abschlüsse werden wie inländische Abschlüsse gezählt.
Die Arbeitslosenquote in der DG ist vergleichbar mit derjenigen in Flandern (6,7% im Mai). Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu den anderen Regionen auch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. In der Wallonie ist die Quote mit 15,5% mehr als doppelt so hoch, ebenso in Brüssel mit 16,5 % [1].
Zahl der Stellenangebote sinkt weiter
Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider. So wurden im zweiten Quartal 2025 dem Arbeitsamt 196 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 86% von ostbelgischen Betrieben. Dies ist nochmals ein deutlicher Rückgang zum Vorjahr. Allerdings ist dieser Rückgang weniger auf Stellenangebote der hiesigen Arbeitgeber als auf eine rückläufige Nachfrage aus dem belgischen Inland zurückzuführen.
