Arbeitsmarktstatistik
Arbeitsmarktentwicklung in Ostbelgien - Erstes Quartal 2025
Der Bericht zur aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarkts im ersten Quartal 2025 enthält Informationen zu den Arbeitslosenzahlen in Ostbelgien, sowie den Stellenangeboten, die dem Arbeitsamt gemeldet wurden.
Anstieg der Arbeitslosenzahl verlangsamt sich weiter
Ende März 2025 liegt die Zahl der Vollarbeitslosen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bei 2.548 Personen. Damit ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum März des Vorjahres um weitere 156 Personen gestiegen. Nach wie vor sind es vor allem die freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden, die zu diesem Anstieg beitragen. Die Arbeitslosenquote steigt dadurch von 6,4% im März 2024 auf nunmehr 6,8% im März 2025.
Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2024 ist die Arbeitslosenzahl in der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt um +8,1% (oder +192 Personen) gestiegen. Damit gibt es zwar nach wie vor einen Anstieg, aber dieser fällt erneut weniger stark aus als im vorherigen Quartal. Rund 75% des Anstiegs betrifft Personen, die kein Arbeitslosengeld beziehen und freiwillig eingetragen sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ab September 2023 die Regeln der Ein- und Austragung angepasst wurden. Diese Anpassung verfolgt das Ziel, mehr Arbeitsuchende als bislang zu erfassen, um breiter informieren und begleiten zu können. Deshalb werden die freiwillig Eingetragenen nicht mehr automatisch nach drei Monaten aus der Datenbank ausgetragen und die Zahl der Arbeitsuchenden erhöht sich.
Nur noch etwa die Hälfte der Arbeitslosen (51%) bezieht Arbeitslosengeld; ihre Zahl ist in diesem Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Personen gesunken.
Knapp 7% der Arbeitslosen sind Schulabgänger, die noch kein Anrecht auf Unterstützung haben. Ihr Anteil sinkt nach dem saisonal bedingten Zuwachs im Sommer jetzt weiter ab.
Rund 17% der Arbeitslosen werden von einem ÖSHZ unterstützt. Diese Personen sind seit September 2023 bis auf wenige Ausnahmen zur Eintragung beim Arbeitsamt verpflichtet; ihre Zahl ist seitdem um rund 30 Einheiten gestiegen.
Weitere 19% (knapp 500 Personen) sind freiwillig eingetragene Arbeitsuchende, die meist keinen Anspruch auf ein Ersatzeinkommen haben. Zu dieser Gruppe zählen allerdings auch die Ukraine-Flüchtlinge, die in der Regel von einem ÖSHZ unterstützt werden. Ihre Zahl pendelt sich aktuell bei rund 170 Personen ein. Hinzu kommt seit Beginn 2024 das neue Programm zur Wiedereingliederung von krankgeschriebenen Personen („Rückkehr ins Arbeitsleben“). Dieses betrifft in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zurzeit rund 60 Personen, die ebenfalls zu den freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden hinzugezählt werden.

Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 8,9% nach wie vor deutlich höher als im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der mit einer Quote von 3,7% weiterhin nahezu Vollbeschäftigung kennt. Die Arbeitslosenquoten von Männern und Frauen liegen mittlerweile mit 6,7% und 6,9% nahezu gleichauf.
Ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (33%) ist älter als 50 Jahre, und davon die Hälfte sogar älter als 60 Jahre.
Der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen sinkt im März 2025 weiter ab auf 11,7%, nachdem er im Sommer aufgrund der saisonalen Eintragung der Schulabgänger bis auf etwa 17% gestiegen war.
Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen (53%) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer von 1-2 Jahren deutlich gestiegen, was nicht zuletzt auf die oben erwähnten Regeländerungen zurückzuführen sein dürfte.

41% der Arbeitslosen gelten als niedrig qualifiziert, d.h. sie verfügen höchstens über den Abschluss der Unterstufe des Sekundarschulunterrichtes. 13% haben eine Lehre beendet, 27% das Abitur und 18% verfügen über einen Hochschulabschluss. In dieser Statistik wird allerdings kein Unterschied zwischen belgischen oder ausländischen Abschlüssen gemacht, d.h. auch nicht formal in Belgien anerkannte ausländische Abschlüsse werden wie inländische Abschlüsse gezählt.
Aufgrund der Regeländerungen in der DG sind die Arbeitslosenzahlen auch im ersten Quartal 2025 stärker angestiegen als in den anderen belgischen Regionen. Im Landesschnitt beläuft sich der Anstieg auf +3,4%, verglichen mit +8,1% in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. In Flandern lag der Anstieg bei +2,1%.
Die Arbeitslosenquote ist im März 2025 in Brüssel mit 16,4% nach wie vor am höchsten, gefolgt von der Wallonie mit 15,1%. Flandern und die Deutschsprachige Gemeinschaft liegen gleichauf mit 6,8%. Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu den anderen Regionen auch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. Für Belgien insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche Quote von etwa 10,3% .
Zahl der Stellenangebote gleich hoch wie im Vorjahr
Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider. So wurden im ersten Quartal 2025 dem Arbeitsamt 263 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 86% von ostbelgischen Betrieben. Dies ist fast die gleiche Zahl wie im Vorjahr. Für das gesamte Jahr 2024 lag ein Rückgang um -9% vor, sowohl im Norden als auch im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
