Ausbildung: Praxisnahe Wege in den Beruf
Ausbildung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft
Duale Ausbildung
Die duale Ausbildung, auch mittelständische Lehre genannt, verbindet das Lernen im Betrieb mit dem Unterricht in einer Bildungseinrichtung. In Ostbelgien organisiert das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand (IAWM) die duale Ausbildung. Die praktische Ausbildung findet in einem anerkannten Betrieb statt, der theoretische Unterricht am Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand (ZAWM) in Eupen oder St. Vith. Für gewisse Ausbildungen bestehen auch Kooperationen mit Berufsschulen in Belgien (z. B. Lüttich, Verviers) und dem Ausland (z. B. Aachen, Trier, Köln).
Die Ausbildungsmöglichkeiten sind vielfältig – zum Beispiel im Bau-, Dienstleistungs- oder Automobilbereich sowie in der Gastronomie. Die Auszubildenden erhalten eine Lehrlingsentschädigung, die mit jedem Lehrjahr steigt. Am Ende der dualen Ausbildung erhalten sie ein Gesellenzeugnis.
Weitere Informationen zur dualen Ausbildung befinden sich auf der Webseite des IAWM.
Meisterausbildung
Die Meisterausbildung ermöglicht es Fachkräften, Führungsaufgaben zu übernehmen oder einen eigenen Betrieb zu führen. Sie vertieft fachliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse und legt die Grundlage für den Weg in die Selbstständigkeit.
In Ostbelgien bietet das Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand (ZAWM) die Meisterausbildung an. Diese umfasst Kurse in Betriebsführung, Organisation und Personalführung (A-Kurs) sowie Fachkundekurse im erlernten Berufsfeld (B-Kurse). Am Ende der Meisterausbildung müssen die Teilnehmenden eine praktische Abschlussarbeit, das sogenannte „Meisterstück“ (C-Prüfung), anfertigen. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten sie den Meisterbrief.
Die Kurse finden in der Regel berufsbegleitend abends oder samstags über zwei bis drei Jahre statt. Die Praxis im Betrieb ist ein zentraler Bestandteil und bereitet die Teilnehmenden auf die Meisterprüfung vor. Die Zulassung zu den Kursen ist berufsabhängig und richtet sich nach den Vorkenntnissen und Erfahrungen.
Weitere Informationen zu Inhalten, Ablauf und Anmeldung befinden sich auf der Webseite des ZAWM.
Teilzeitunterricht (TZU)
Der Teilzeitunterricht ist wie die mittelständische Lehre eine duale Ausbildung. Er richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahre, die besondere Herausforderungen haben und für die die klassische Schullaufbahn oder die mittelständische Lehre nicht der passende Weg ist.
Im Teilzeitunterricht wechseln sich Schule und Betriebspraktikum ab. Die Jugendlichen verbringen zwei Tage pro Woche in der Schule und drei Tage im Praktikum. In der Schule werden die Grundfächer (Deutsch, Französisch, Mathematik) unterrichtet, während die Jugendlichen im Praktikum den Beruf kennenlernen und anschließend eine Arbeit in diesem Bereich aufnehmen können.
Ziel des Teilzeitunterrichts ist es, die Jugendlichen sowohl fachlich als auch sozial auf das Berufsleben vorzubereiten. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft bieten das Robert-Schuman-Institut in Eupen und das Technische Institut in St. Vith diese Ausbildungsform an.
Duale Ausbildung außerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft
Neben der dualen Ausbildung in Ostbelgien gibt es auch in den anderen belgischen Regionen sowie in den angrenzenden Nachbarländern vergleichbare Ausbildungsmodelle, die eine enge Verbindung von Theorie und Praxis ermöglichen. Diese Systeme bieten jungen Menschen vielfältige Chancen, einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben und frühzeitig Berufserfahrung zu sammeln.
Auf dieser Seite findet man die Links zu Informationsportalen und zuständigen Einrichtungen in den jeweiligen Regionen und Ländern.
Weitere Studien- und Ausbildungsangebote
Landesverteidigung
Die belgische Landesverteidigung (La Défense) bietet vielfältige Möglichkeiten, eine militärische Laufbahn mit akademischer oder technischer Ausbildung zu verbinden. Je nach Karriereweg stehen sowohl Studiengänge als auch praktische Ausbildungen zur Auswahl:
Der Militärdienst kann im Rahmen eines befristeten oder unbefristeten Vertrags erfolgen. Es gibt dabei drei Funktionen: Soldat, Unteroffizier und Offizier.
Mehr Informationen zu den Karriere- und Ausbildungswegen bei der belgischen Landesverteidigung gibt's auf der Webseite von La Défense.
Belgische Handelsmarine
Die belgische Handelsmarine bietet ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten für maritime Berufe, sowohl an Bord von Schiffen als auch an Land. Wer eine Tätigkeit in diesem spannenden Sektor anstrebt, hat verschiedene Ausbildungswege zur Auswahl, von der schulischen Lehre bis zum akademischen Studium.
Eine Übersicht über die verschiedenen Ausbildungen, Einsatzorte und Jobprofile befindet sich auf der Webseite “Are you waterproof”.
Feuerwehr
Die Feuerwehrausbildung bereitet auf einen körperlich aktiven und gesellschaftlich relevanten Beruf vor. Die Aufgaben der Feuerwehr umfassen neben der Brandbekämpfung auch Rettungseinsätze, technische Hilfeleistungen bei Unfällen, die Unterstützung im Katastrophenschutz, Evakuierungen und weitere Einsatzbereiche.
Mehr Informationen zum Beruf und den Ausbildungsmöglichkeiten bei der Feuerwehr erhält man unter den entsprechenden Links auf dieser Seite.
Polizei
Die Polizei bietet verschiedene Ausbildungswege als Alternative zu einem Studium an. Diese richten sich an Bewerber und Bewerberinnen, die eine praxisorientierte Karriere in unterschiedlichen Dienstgraden anstreben. Je nach angestrebter Laufbahn gibt es unterschiedliche Ausbildungsprofile und Anforderungen.
Informationen zu den Karrieremöglichkeiten bei der Polizei stehen auf der Webseite von Jobpol.