Arbeitsmarktstatistik

Arbeitsmarktentwicklung in Ostbelgien - Erstes Quartal 2026

Der Bericht zur aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarkts im ersten Quartal 2026 enthält Informationen zu den Arbeitslosenzahlen in Ostbelgien, sowie den Stellenangeboten, die dem Arbeitsamt gemeldet wurden.

Arbeitslosenzahlen insgesamt kaum verändert

Ende März 2026 lag die Zahl der Vollarbeitslosen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bei 2.517 Personen. Das bedeutet einen leichter Rückgang im Vergleich zum März des Vorjahres (-31 Personen). Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,7% geringfügig unter dem Vorjahresniveau (6,8%). Nur noch rund 45% dieser erwerbslosen Personen beziehen Arbeitslosenunterstützung.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2025 ist die Arbeitslosenzahl in der Deutschsprachigen Gemeinschaft um +2,1% (oder +55 Personen) gestiegen, da im Januar und Februar ein Anstieg vorlag, während die Zahlen im März dann zurückgegangen sind. Dieser Rückgang ist aber v.a. auf eine technische Änderung zurückzuführen: Personen ohne gesicherte Angaben zum Aufenthaltstitel werden nicht mehr zu den Vollarbeitslosen gezählt.

Innerhalb der Vollarbeitslosen ist die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld rückläufig, da aufgrund der Reform der Arbeitslosengesetzgebung zwischen Januar und März rund 200 Personen ihr Arbeitslosen- oder Berufseingliederungsgeld verloren haben. Abhängig von ihrer neuen Beschäftigungssituation werden diese Personen innerhalb der Arbeitslosenstatistik einer anderen Kategorie zugewiesen. Durch diese Verschiebung sinkt der Anteil der Arbeitslosengeldempfänger an den Vollarbeitslosen im März auf 45%.
Auf der anderen Seite ist die Zahl der arbeitsuchenden Empfänger von Eingliederungseinkommen derzeit noch nicht gestiegen, da noch keine vollständigen aktuellen Daten seitens der ÖSHZ vorliegen. Gestiegen ist daher im Moment vor allem der Anteil der freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden auf mittlerweile 26%.
Die Zahl der Schulabgänger liegt hingegen um -9% niedriger als im Vorjahresquartal.

 

Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 9,0% nach wie vor deutlich höher als im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft, wo die Quote bei 3,4% liegt. Die Arbeitslosenquoten nach Geschlecht beträgt 6,4 % bei den Männern und 7,0% bei den Frauen.

Rund ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (32%) ist älter als 50 Jahre, und davon rund die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Der Anteil der unter 25-Jährigen liegt mit 13% nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr betraf im letzten Quartal vor allem die 30-9-Jährigen sowie die über 50-Jährigen.

Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen (55%) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von 2-5 Jahren deutlich gestiegen, was u.a. darauf zurückzuführen ist, dass seit September 2023 die Eintragung der freiwillig eingetragenen Personen nicht mehr zeitlich befristet ist.
Rückläufig ist hingegen die Zahl der Kurzzeitarbeitslosen und derjenigen mit einer Dauer von mehr als 5 Jahren.

Etwa 41 Prozent der Arbeitslosen gelten als formal niedrigqualifiziert, da sie höchstens über die Mittlere Reife verfügen. Dieser Prozentsatz ist seit einigen Jahren sehr stabil. 

Die Arbeitslosenquote in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist mit 6,7% ähnlich hoch wie in Flandern, wo sie bei 6,8% liegt. Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu den anderen Regionen auch noch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. In der Wallonie ist die Quote mit 16,6% mehr als doppelt so hoch, ebenso in Brüssel mit 17,5 % [1].

Zahl der Stellenangebote stabil, aber auf niedrigem Niveau

Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider. So wurden im ersten Quartal 2026 dem Arbeitsamt 260 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 92% von ostbelgischen Arbeitgebern. Dies ist in etwa der gleiche Wert wie in den beiden Vorjahren.

 


[1] Beim Vergleich der Arbeitslosenquoten muss man berücksichtigen, dass die Erfassungsmethoden je nach Region abweichen. Nähere Erläuterungen zu den methodologischen Unterschieden sind auf der Webseite des Arbeitsamtes zu finden.

Downloads

Q1-2026 Pressetext Arbeitsmarktentwicklung

Arbeitsmarkt-Info Q1-2026 - Tabellen und Grafiken

Methodologische Unterschiede zwischen den Regionen