Arbeitslosigkeit
Hier finden Sie die Jahresdurchschnittszahlen zur Arbeitslosigkeit im Jahr 2024 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Im Jahresschnitt 2024 waren in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2.521 Personen als Vollarbeitslose gemeldet. Laut Definition handelt es sich um Personen, die
- ohne Beschäftigung sind
- dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung stehen
- und aktiv eine Beschäftigung suchen.
Im Vergleich zum Vorjahr (Schnitt 2023: 2.272 Personen) ist die Zahl der Arbeitslosen damit um 249 Personen gestiegen (+10,9%).
| Vollarbeitslose - Schnitt 2024 |
Männer |
Frauen |
Gesamt |
in % |
| Vollarbeitslose |
1.303 |
1.218 |
2.521 |
100 % |
| Geschlechteranteil in % |
52 % |
48 % |
100 % |
|
| davon: |
|
|
|
|
| Arbeitsuchende Anwärter auf AL-Geld |
736 |
605 |
1.340 |
53,1 % |
| Schulabgänger in Berufseingliederungszeit |
101 |
89 |
190 |
7,5 % |
| Über ein ÖSHZ eingetragen |
209 |
228 |
437 |
17,3 % |
| Freiwillig eingetragene Arbeitslose |
149 |
249 |
398 |
15,8 % |
Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist damit 2024 deutlich gestiegen. Dies ist aber zum großen Teil eine bewusst in Kauf genommene Folge des im September 2023 in Kraft getretenen Vermittlungsdekrets. Dort wurden die Regeln der Ein- und Austragung angepasst mit dem Ziel, mehr Arbeitsuchende als bislang zu erfassen, um breiter informieren und begleiten zu können. ÖSHZ-Kunden sind nun, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zur Eintragung verpflichtet. Und Arbeitsuchende, die kein oder ein anderes Ersatzeinkommen beziehen, werden nicht mehr automatisch nach drei Monaten aus der Datenbank ausgetragen.
Die Zahl der entschädigten Arbeitslosen (bzw. arbeitsuchende Anwärter auf Arbeitslosengeld) war über Jahre hinweg stark rückläufig. Sie ist aber im Jahr 2024 konjunkturbedingt wieder leicht angestiegen (+2,6%). Am deutlichsten gestiegen ist hingegen die Zahl der freiwillig eingetragenen Arbeitslosen (+61,7%), was hauptsächlich auf das o.e. Vermittlungsdekret, aber auch noch auf die ukrainischen Flüchtlinge zurückzuführen ist. In geringerem Maße ist die Zahl der von einem ÖSHZ unterstützten Arbeitsuchenden (+7%) und der Schulabgänger (+12%) gestiegen.
Die Arbeitslosenrate, d.h. der Anteil der Vollarbeitslosen an der aktiven Bevölkerung (gemäß der korrigierten Berechnung der Deutschsprachigen Gemeinschaft) belief sich 2024 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft auf 6,8% (Vorjahr 6,1%).
78% der Arbeitslosen wohnen im Kanton Eupen, wo die Arbeitslosenrate bei 8,8% liegt. Im Kanton St.Vith ist sie mit 3,6% nach wie vor sehr niedrig. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit 2024 hat den Süden proportional stärker getroffen (+16,2%).
Der Anstieg 2024 betrifft die Männer (+12%) etwas stärker als die Frauen (+9%). Der Frauenanteil an den Arbeitslosen in Ostbelgien ist in den letzten 20 Jahren fast kontinuierlich gesunken und liegt nunmehr bei 48%. Zur Erinnerung: 1995 lag der Frauenanteil bei 62% und 2005 noch bei 57%. Die Arbeitslosenraten pro Geschlecht nähern sich einander weiter an, auch wenn die Arbeitslosenrate der Frauen mit 6,9% nach wie vor etwas über derjenigen der Männer (6,5%) liegt.
| Vollarbeitslose nach Kanton |
Männer |
Frauen |
Gesamt |
in % |
| Kanton Eupen |
1.032 |
946 |
1.979 |
78 % |
| Kanton St. Vith |
271 |
271 |
543 |
22 % |
|
Deutschsprachige
Gemeinschaft
|
1.303
52 %
|
1.218
48 %
|
2.521
100 %
|
100 % |
Mehr Details finden Sie auf dem Portal Ostbelgienstatistik.